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ViridisH2 Südniedersachsen im Endspurt der Konzeptphase

Dr. Benjamin W. Schulze und Dr. Tim Schneider bei der Veranstaltung „ViridisH2: WIR! gemeinsam zur Wasserstoffregion“. Foto: SüdniedersachsenStiftung.

Südniedersachsen. Das Projekt „VirdisH2 Südniedersachsen“ nähert sich dem Ende der Konzeptphase. Das Vorhaben wurde vom SüdniedersachsenInnovationsCampus (SNIC) initiiert und wird zurzeit mit Unterstützung der WiReGo durch Dr. Peter Oswald von den Verbundpartnern Südniedersachsenstiftung, ELO-Mobility und der SmartMobilityResearchGroup (SMRG) der Universität Göttingen entwickelt. Auch wurde das Bündnis bei der Erweiterung der Teilnehmer unterstützt. Mit der Online-Veranstaltung „WIR! gemeinsam zur Wasserstoffregion“ im April wurden die Ergebnisse vorgestellt und es wurde Raum für Diskussionen mit beteiligten und Interessierten geboten. Damit hat der Endspurt unserer WIR!-Konzeptphase begonnen. Ende Mai bewirbt sich das WIR!-Bündnis „ViridisH2 Südniedersachsen“ beim Bundesministerium für Bildung und Forschung um Förderung der Umsetzungsphase, die unsere große Chance zur Entwicklung Südniedersachsens zur Wasserstoffregion ist. Gemeinsam wollen wir die wichtigsten Highlights Revue passieren lassen.

Gute Gründe für grünen Wasserstoff in Südniedersachsen

Im Projekt wurden beispielsweise die vier Erfolgsfaktoren bisheriger Wasserstoffregionen vorgestellt und ausgeführt. Diese profitieren vorwiegend von günstigen Startbedingungen. So verfügen sie z.B. über Wasserstoff, der als Abfallprodukt lokaler Chemieindustrien anfällt, besitzen einen einfachen Zugang zu erneuerbaren Energien (z.B. Küstenwind), haben mit Großunternehmen besondere Zugpferde vor Ort oder sind strukturell durch die Abnahme-Möglichkeiten der lokalen Ballungszentren mit Metropolcharakter begünstigt. Durch die Energiewende und neuen Anforderungen des Klimaschutzes gewinnt die Bedeutung von grünem Wasserstoff aber auch in Südniedersachsen an Bedeutung.

Wasserstoff wird aktuell als wichtiges Mittel zur Erreichung der Klimaziele diskutiert. Zahlreiche ExpertenInnen unterstreichen, dass er als Energieträger künftig eine wichtige Rolle übernehmen wird, insbesondere im Bereich der Mobilität. „Wasserstoffbetriebene Fahrzeuge emittieren lokal kein CO2 und keine Schadstoffe (z.B. Stickoxide), haben aber gegenüber batterieelektrischen Fahrzeugen den Vorteil hoher Reichweiten und kurzer Betankungsdauern“, berichtet Prof. Dr. Lutz Kolbe von der SMRG. Das treffe vor allem auf große und schwere Fahrzeuge, wie Busse, LKW oder Landmaschinen zu, die wir auch im Projekt mit im Fokus haben. „Auch in unserer Region muss eine langfristige Lösung für klimafreundliche Mobilität gefunden werden“, erklärte Kolbe weiter. Fossile Kraft- und Brennstoffe werden – nicht zuletzt aufgrund begrenzter Verfügbarkeit und des politischen Willens – immer (wirtschaftlich) unattraktiver werden. Die politischen Rahmenbedingungen begünstigen auch das Thema Wasserstoff – so könnte das Ende für den Verbrennungsmotor bald kommen. „Die Etablierung einer Wasserstoffkreislaufwirtschaft in der Region trägt dazu bei, innovative und zukunftsträchtige, technische Arbeitsplätze zu schaffen und die regionale Attraktivität zu steigern“, betonte auch Dr. Tim Schneider von der SüdniedersachsenStiftung.

Regionale Vorzüge stehen im Zentrum unserer Storyline

Wider Erwarten verfügt unsere Region nicht über nennenswerte Windstrom-Überschüsse, die als erneuerbare Energie in grünem Wasserstoff transformiert werden können. „Wichtige Potenziale liefern stattdessen regionale Biogas-Anlagen, insbesondere in Kombination mit Strom aus innovativen Agri-PV-Flächen, die viele regionalen Vorzüge sinnvoll adressieren“, bilanzierte Dr. Benjamin W. Schulze, Projektleiter bei der SüdniedersachsenStiftung. Außerdem könne Südniedersachsen mit seiner Lage an einer zentralen Verkehrsachse in der Mitte Deutschlands sowie einer starken Vernetzung zwischen Wissenschaft und Wirtschaft punkten. Das Projekt stützt sich auf die drei Säulen Produktion, Verteilung und Abnahme von Wasserstoff. „Eine wirtschaftliche Nutzung ist nur möglich, wenn wir grünen Wasserstoff in Südniedersachsen produzieren“, betonte Schulze. Er warb wie seine MitstreiterInnen um eine breite Beteiligung: „Kommen Sie auf uns zu, wir finden sinnvolle Möglichkeiten, Sie auf unserem gemeinsamen Weg zur Wasserstoffregion Südniedersachsen einzubinden.“

Ideen für Umsetzungsphase

Durch die in Aussicht gestellte WIR!-Förderung könnten allein bis zum Jahr 2023 bis zu 8 Mio. Euro in die Region fließen. Damit würde Südniedersachsen einen wichtigen Schritt in Richtung Wasserstoffregion gehen. Für die perspektivisch im September beginnende zweite Förderphase stehen bereits erste Ideen bereit, die Dr. Lydia Todenhöfer (ELO Mobility GmbH) vorstellte. Sie umfassen ein Hybridkraftwerk „Green H2“, einen energieautarken landwirtschaftlichen Betrieb, die Wasserstoffproduktion aus Biogas, die Dekarbonisierung durch Wasserstoffabnahme und die innovative Systemaussteuerung der regionalen Wasserstoff-Wertschöpfungskette. Sämtliche Projekte seien noch offen für Impulse und das Mitwirken potenzieller Partner, betonte Todenhöfer. „Für die Antragstellung bis Ende Mai können gerne weitere Partner Unterstützungsschreiben an die Stiftung (LOI) senden“, so Dr. Peter Oswald.

2021-11-16T09:56:47+01:0011.05.2021|
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