SNIC-Technologieberatung wird bis 30. Juni 2022 fortgesetzt

Die Buchstaben aus Popcorn bilden das Motto des diesjährigen Innovationspreises. Inwieweit Popcorn als Schallisolationsmaterial für Büroträgerwände dienen kann, erforschen der Büroausstatter ergopanel und der Universität Göttingen. Technologieberatung und Innovationsscouting im Rahmen des SNIC haben die Partner zusammengebracht. Foto: WRG

Göttingen/Northeim. Eine Erfolgsgeschichte wird fortgesetzt: Die kostenlose SNIC-Technologieberatung in den Landkreisen Göttingen und Northeim sowie der Stadt Göttingen ist am 1. Juli 2020 in eine neue zweijährige Förderperiode gestartet. „Wir freuen uns, dass dieses Leuchtturm-Projekt innerhalb des SNIC fortgeführt werden kann“, sagt Florian Renneberg als Leiter der SNIC-Geschäftsstelle.

Seit Beginn des Projekts im Oktober 2016 wurden in kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) insgesamt 320 Projekt- oder Kooperationsansätze für neue Prozesse, Produkte oder Dienstleistungen identifiziert. 85 Fälle befinden sich in Umsetzung oder sind bereits abgeschlossen. „Die Technologieberatung ist ein großer Gewinn für unsere Region und bildet die optimale Ergänzung zum Angebot der Wirtschaftsförderungen“, betont Karin Friese, Prokuristin der Wirtschaftsförderung Region Göttingen (WRG). Die WRG hatte den Antrag gemeinsam mit der Wirtschaftsförderung des Landkreises Northeim und der Gesellschaft für Wirtschaftsförderung und Stadtentwicklung Göttingen (GWG) bei der NBank gestellt. Die operative Durchführung der Technologieberatung obliegt nach wie vor der Wirtschaftsförderung Region Goslar (WiReGo). Deren Geschäftsführer Dr. Jörg Aßmann erläutert: „Die Unternehmen der Region haben ein großes innovatives Potenzial, benötigen zu dessen Realisierung oft aber auch unsere professionelle Unterstützung.“

Zugang zu wissenschaftlich-technischem Know-how

Dabei ermitteln die TechnologieberaterInnen gezielt aktuelle Herausforderungen in den KMU der Region und ermöglichen diesen den Zugang zu wissenschaftlich-technischem Know-how der SNIC-Partnerhochschulen, Forschungseinrichtungen und anderer Unternehmen. Zudem unterstützen sie die Unternehmen bei der Fördermittelrecherche und Anträgen für Forschungs- und Entwicklungsprojekte.

„Über die Fortführung der Beratung und Unterstützung der Unternehmen in der Stadt Göttingen freue ich mich sehr. Die Technologieberatung ist bei der Entwicklung von neuen Produkten und Dienstleistungen außerordentlich wichtig, weil sie neues Wissen aus der Forschung zu den Unternehmen bringt“, fasst GWG-Geschäftsführerin Ursula Haufe zusammen. „Auch im Landkreis Northeim hat sich die Technologieberatung bei der Ideenfindung und Umsetzung innovativer Technologien zu einem unverzichtbaren Partner für die Unternehmen entwickelt,“ ergänzt Northeims Landrätin Astrid Klinkert-Kittel.

Zu den Erfolgsfaktoren zählt unter anderem das Zusammenspiel mit den SNIC-Innovationsscouts an den südniedersächsischen Hochschulen. Diese suchen dort gezielt nach Forschungsergebnissen, die sich für den Transfer in die regionale Wirtschaft eignen. So lassen sich Innovationshemmnisse in Unternehmen im Idealfall durch bereits in der Region vorhandenes Wissen beseitigen und erfolgreiche Kooperationsprojekte von Wirtschaft und Wissenschaft umsetzen.

Als eines der jüngsten Beispiele für eine solche Kooperation nennt Karin Friese ein Projekt des Hattorfer Büroausstatters ergopanel und der Universität Göttingen: Darin erforschen die Partner, inwieweit Popcorn als Schallisolationsmaterial für Büroträgerwände dienen kann. Die Idee stammt von Prof. Dr. Alireza Kharazipour von der Fakultät für Forstwissenschaften und Waldökologie. Auch die WRG hat sie genutzt und Buchstaben aus Popcorn herstellen lassen, die das Motto des diesjährigen Innovationspreises „Ideenreich“ bilden.

Die Technologieberatung wird aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) gefördert.