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PraxisForum informierte mit Vorträgen und virtueller Begleitausstellung über „Digitale Arbeitswelten und Coworking“

Die ReferentInnen des SNIC-PraxisForums „Digitale Arbeitswelten und Coworking“: (o.v.li.) Johanna Heß (TRAFO Hub), Jonas Brunnert (StartRaum Göttingen), Lisa Künnecke (Digital Hub Holzminden), (u.v.li.) Hans-Albrecht Wiehler (CoWorkLand eG), Elena Lopez (Coworking Eichsfeld), Dr. Stefan Rüb (SOFI – Soziologisches Forschungsinstitut Göttingen an der Georg-August-Universität). Screenshot: SNIC (Montage)

Südniedersachsen. „Innovation braucht Raum“ – mit diesen Worten brachte Lisa Künnecke, Vice President bei der Otto Künnecke GmbH, den Geist des SNIC-Praxisforums „Digitale Arbeitswelten und Coworking“ auf den Punkt. Die Veranstaltung des SüdniedersachsenInnovationsCampus (SNIC) in Kooperation mit der Universität Göttingen gab rund 50 TeilnehmerInnen einen Überblick über bestehende und entstehende Innovationsräume in der Region.

So soll Anfang 2022 der Digital Hub Holzminden eröffnen. Neben der Otto Künnecke GmbH als Investor werden das Innovationsnetzwerk Holzminden/Höxter, die HAWK und der Landkreis Holzminden als Dauermieter die rund 2.000 Quadratmeter mit Leben füllen. Dort sollen Nutzer eine optimale digitale Infrastruktur, Weiterbildungsmöglichkeiten und inspirierende Räumlichkeiten zum Arbeiten und Leben vorfinden. „Die digitale Kluft wird immer größer“, hat Lisa Künnecke beobachtet. Ein breites Angebot von Büro- und Seminarräumen über Werkstätten bis hin zu einem digitalen Lernlabor sollen dazu beitragen, diese Kluft zu überbrücken und die Zukunft der Region mitzugestalten.

Vernetzung im Fokus

Dieses Ziel verfolgt auch der StartRaum Göttingen. Seit 2018 bietet das Familienunternehmen neben Coworking auch Events, Coaching und Vernetzung an. Mitgründer Jonas Brunnert gab einen Einblick, wie der StartRaum den Austausch seiner 120 Mitglieder auch in Zeiten von Corona mit zahlreichen digitalen Formaten und Plattformen aufrechterhalten hat und kündigte an, dass sich das Angebot in naher Zukunft noch einmal deutlich erweitern werde.

Die Vernetzung von Selbstständigen, GründerInnen, kleinen und mittleren sowie großen Unternehmen steht auch im Braunschweiger TRAFO Hub im Fokus. Der 2018 gegründete Creative Hub für digitales Coworking in den Wichmann-Hallen wurde bereits 2019 vom niedersächsischen Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr als „Digitaler Ort Niedersachsen“ ausgezeichnet. Ihre Aktivitäten für barrierefreien, digitalen Wandel sowie das Braunschweiger Startup-Ökosystem stellte Mitgründerin Johanna Heß vor.

Auf der Plattform wonder.me konnten sich die TeilnehmerInnen austauschen und vernetzen: Referent Hans-Albrecht Wiehler (li., CoWorkLand eG), die Organisatorinnen Caroline Heck und Jasmin Düwell (SNIC / Universität Göttingen) und Teilnehmer Jan-Niklas Kott (NewKammer Seesen). Screenshot: SNIC

Den Aufbau eines realen Coworking Spaces hat Elena Lopez noch vor sich. Das Coworking Eichsfeld besteht bislang ausschließlich als digitale Community. In Heilbad Heiligenstadt gebe es jedoch gute Voraussetzungen, diese in die analoge Welt zu überführen: Das Eichsfeld habe eine große Rückkehrer-Quote, ein starkes Gemeinschaftsgefühl und beheimate viele Pendler, denen ein nahegelegener Coworking Space zumindest einen Teil der täglichen Fahrten mit Auto oder öffentlichen Verkehrsmitteln ersparen könnte.

Welche Chancen „Coworking im ländlichen Raum“ bietet, erläuterte Hans-Albrecht Wiehler von der CoWorkLand eG anhand der gleichnamigen Studie, die die Genossenschaft mit der Bertelsmann Stiftung erstellt hat. Er skizzierte sieben Typen von Spaces – vom „klassischen“ mit produktiver Arbeitsatmosphäre und inspirierender Community über den „Pendlerhafen“ entlang belebter Strecken bis hin zur „neuen Dorfmitte“, die als zentraler Treffpunkt die Funktion eines Marktplatzes einnehme. Im Zentrum stehe auch hier die Gemeinschaft. Im Vergleich zu den Städten sei die Zielgruppe sogar breiter aufgestellt. Obwohl Coworking Spaces auf dem Land laut Studie zwar gesellschaftlich wünschenswert, auf kurze Sicht aber nur selten wirtschaftlich seien, zeigte sich Wiehler überzeugt, dass Coworking dazu beitragen könne, den ländlichen Raum wiederzubeleben.

Coworking als Forschungsobjekt

Dieser Aspekt könnte demnächst auch Bestandteil eines Forschungsvorhabens am Soziologischen Forschungsinstitut (SOFI) an der Universität Göttingen sein. Die ForscherInnen wollen sich unter anderem den Fragen widmen, wie sich Digitalisierung auf den betrieblichen Zusammenhalt auswirkt und wie dies wiederum auf die private und gesellschaftliche Sphäre ausstrahlt. Dabei machte Dr. Stefan Rüb vom SOFI die virtuelle Teamarbeit über verteilte Standorte, wie sie auch Coworking Spaces ermöglichen, als großen Aspekt aus.

In der virtuellen Begleitausstellung zum PraxisForum können sich die teilnehmenden Institutionen vorstellen. Screenshot: SNIC

In der virtuellen Begleitausstellung zum PraxisForum hatten die TeilnehmerInnen zudem Gelegenheit, sich eingehender über die vorgestellten Digitalen Orte und Coworking Spaces zu informieren. Diese ist noch bis 9. Juni online erreichbar. Einen ausführlichen Überblick bietet zudem das Innovation Hub Südniedersachsen. Das offene Netzwerk stellte Caroline Heck vor, die das PraxisForum gemeinsam mit ihrer Kollegin Jasmin Düwell organisiert hat. Daneben bot ein wonder.me-Raum vor und nach der Veranstaltung die Möglichkeit, miteinander ins Gespräch zu kommen und sich zu vernetzen.

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2021-10-22T12:24:44+02:00
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