Innovatives Verbundprojekt entwickelt schonende Behandlung für Klaueninfektionen bei Rindern

Ziel des innovativen Verbundprojekts PlaWaKiRi ist es, eine schonende Behandlungsmöglichkeit für Klaueninfektionen bei Rindern zu entwickeln. Foto: Pixabay

Südniedersachsen. Um eine schonende Behandlungsmöglichkeit für Klaueninfektionen bei Rindern zu entwickeln, kooperieren die HAWK Hildesheim/Holzminden/Göttingen, die Tierärztliche Hochschule Hannover und der Landwirtschaftliche Betrieb BG Borchardt GBR aus Westerode in einem innovativen Verbundprojekt. Die Partner wurden durch intensive Zusammenarbeit des Innovationsscoutings des SüdniedersachsenInnovationsCampus (SNIC), des EIP Netzwerks Niedersachsen und dem Transferbüro der HAWK erfolgreich zusammengebracht.

Ziel des Projekts ist die Entwicklung einer alternativen, ressourcenschonenden und antibiotikafreien Therapie gegen den Erreger der Mortellaro-Krankheit und die damit einhergehende Verbesserung der Tiergesundheit. Bei Mortellaro handelt es sich um eine Entzündung der Zehenhaut bei Rindern, die insbesondere in Milchviehherden häufig anzutreffen ist. Dieser wollen die Verbundpartner mit sogenanntem „plasma activated liquids“ (PAL, in diesem Fall Wasser) entgegenwirken. Durch den Kontakt mit Plasma können verschiedenste Flüssigkeiten — wie beispielsweise Leitungswasser — mit antimikrobiellen Eigenschaften ausgestattet werden.

Baustein für den „Stall der Zukunft“

Bei einer gelungenen Umsetzung wäre es möglich, den Antibiotikaeinsatz in konventionell und ökologisch bewirtschafteten Milchrinderställen erheblich zu reduzieren. In diesem Fall lässt sich die Therapie nahtlos in Konzepte für den „Stall der Zukunft“ integrieren. Das gleichnamige Forschungsvorhaben wird vom Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft gefördert und soll die Zukunftsfähigkeit landwirtschaftlicher Betriebe sichern.

„Die Einbindung eines landwirtschaftlichen Betriebs zeigt, dass der SNIC nicht nur Verbindungen zwischen Hochschulen und Technologiefirmen in den Ober- und Mittelzentren knüpfen kann, sondern den Wissens- und Technologietransfer auch in ländliche Bereiche der Region Südniedersachsen realisiert“, so Mathias Liebing, Leiter des „Technologietransfer und Forschungsförderung“ an der TU Clausthal und Koordinator des SNIC-Innovationsscoutings.

Das Projekt „PlaWaKiRi – Der Einsatz von Plasmawasser gegen Klaueninfektionen beim Rind“ wird im Rahmen der Europäischen Innovationspartnerschaft „Produktivität und Nachhaltigkeit in der Landwirtschaft“ (EIP) gefördert. Durch die Forschungskooperation von Partnern aus dem öffentlichen und privaten Sektor bedient es den vom EIP ergangenen Ruf nach landwirtschaftlichem Innovationsgeschehen. Zudem geht das Projekt über die übliche Fortentwicklung etablierter Methoden hinaus und liefert somit einen relevanten Baustein für den „Stall der Zukunft“.

Über das Netzwerk EIP Agrar & Innovation Niedersachsen

Das niedersächsische Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (ML) hat das Netzwerk EIP Agrar & Innovation Niedersachsen als Innovationsdienstleister (IDL) für EIP Agri in Niedersachsen und Bremen bestellt. Zentrale Aufgabe des IDL ist die fachliche Unterstützung bestehender OG sowie neuer Antragsteller. Dies erfolgt zum einen durch Beratungstätigkeit in der Planung, Umsetzung und Abwicklung von Projektideen. Zum anderen erfolgt die Unterstützung durch die Vernetzung der Gruppen untereinander und mit relevanten niedersächsischen Akteuren und Fachexperten, aber auch mit OG aus anderen Bundesländern und Mitgliedsstaaten der EU.