Grüner Wasserstoff nimmt eine Schlüsselfunktion bei der Energiewende ein. Südniedersachsen sieht in diesem Technologiefeld ein großes Potenzial für die regionale Wirtschaftsentwicklung. Die Wasserstoff-Allianz Südniedersachsen vernetzt Akteure aus Wirtschaft, Wissenschaft und Kommunen, um Wasserstoffprojekte gezielt zu unterstützen und Synergien auszuschöpfen.

Abb. 1: Grüner Wasserstoff, der mit Wind- oder Solarenergie erzeugt wird, ist klimaneutral. Die Wasserstoff-Allianz Südniedersachsen vernetzt regionale Aktivitäten zur Wasserstoffproduktion und -nutzung und fördert die Wettbewerbsfähigkeit.

Wissenstransfer eröffnet wirtschaftliche Perspektiven

Wirtschaft und Gesellschaft stehen vor einer dringend notwendigen Energiewende. Bis 2030 wird für Niedersachsen zum Beispiel ein Eigenbedarf von 27 Terawattstunden Wasserstoff prognostiziert – das entspricht der Leistung einer Photovoltaik-Anlage mit 12.300 Hektar (123 km2). Um diese Bedarfe auch lokal bedienen zu können, muss Südniedersachsen funktionierende regionale Wertschöpfungsketten für grünen Wasserstoff etablieren. Neben dem Umwelt- und Klimaschutz bietet die Entwicklung Südniedersachsens zur Wasserstoff-Region auch Perspektiven, um die Wettbewerbsfähigkeit der Wirtschaft zu sichern, zukunftsfähige Arbeitsplätze zu schaffen und die Attraktivität für Fachkräfte zu steigern.

Wirtschaft, Forschung und Kommunen vernetzen

Daher hat sich im Juli 2021 die Wasserstoff-Allianz Südniedersachsen (H2AS) unter Koordination der SüdniedersachsenStiftung gegründet. Der Allianz gehören rund 30 Unternehmen, Forschungseinrichtungen und Kommunen der Region an. Der H2AS kommt die Aufgabe zu, eine Brücke zwischen regionalen Wasserstoff-Aktivitäten zu bauen. Sie koordiniert den Wissenstransfer zwischen den Allianzpartnern, erstellt Bedarfsanalysen, initiiert Projekte und unterstützt weitere Initiativen. Um das Know-how der Forschungseinrichtungen in Südniedersachsen für die regionale Wirtschaft nutzbar zu machen, nutzt die Wasserstoff-Allianz die im SüdniedersachsenInnovationsCampus (SNIC) etablierten Strukturen des Wissens- und Technologietransfers.

Abb. 2: Übersicht zur Struktur und zu Aufgaben der Wasserstoff-Allianz Südniedersachsen

Wasserstoffbedarf analysieren, Projekte initiieren

Aktuell hat die H2AS fünf Projektvorhaben in den Landkreisen Göttingen, Goslar, Holzminden und Northeim mit Bedarfen von zirka 6.000 Tonnen H2 und 350 Gigawattstunden Energie identifiziert. Ein weiterer Projektantrag sieht vor, durch flexible Verbraucher die Integration regenerativer Energie in regionale, dezentrale Energienetze zu automatisieren – hierfür werden Kurz- (Akkumulatoren) und Langzeitspeicher (Wasserstoff) genutzt. Als Grundlage für die Entwicklung weiterer Projekte dienen Bedarfsanalysen in den Landkreisen Goslar und Northeim sowie im Raum Gieboldehausen/Herzberg. Bedarfsanalysen für die Stadt und den Landkreis Göttingen sind ebenfalls in Vorbereitung.

Projektdetails

Südniedersachsen möchte Wasserstoffregion werden. Diese Schwerpunktsetzung korrespondiert sowohl mit den Handlungsfeldern „Innovation“ und „Infrastruktur“ der Regionalstrategie Südniedersachsen 2020-2025 als auch mit den (Wasserstoff-)Strategien von EU und Bundesregierung sowie der Wasserstoffrichtline des Landes Niedersachsen. Um dieses Anliegen projekt- und fördermittelunabhängig voranzutreiben, schließen sich VertreterInnen aus Wirtschaft, Wissenschaft und Verwaltung in der nicht rechtsfähigen Wasserstoff-Allianz Südniedersachsen unter dem Dach der SüdniedersachsenStiftung zusammen.

Ihr Kontakt

Dr. Peter OswaldSüdniedersachsenStiftung
Wasserstoff-Allianz Südniedersachsen